Dinge, die die Welt nicht braucht: Firefox Add-on Collector

Eigentlich eine gute Idee, Umsetzung auch gut, aber das Resultat? Vielleicht sollte man den Einsatz noch einmal überdenken. Aber erstmal alles zurück zum Anfang: Es gibt inzwischen mehr Add-ons für den Firefox als gut ist. Auch hier gibt es das Problem, das noch Plugins in der Datenbank stehen, die mit einer aktuellen Version des Browsers nicht mehr funktionieren. Hinzu kommt regelmäßig die Überraschung, dass Add-ons nicht auf aktuelle Versionen portiert werden (z. B. FasterFox).

Die Mozilla Foundation hat das Portal für die Erweiterungen nun relaunched, und bietet ein neues Add-on an: den Firefox Add-on Collector. Mit diesem Add-on lassen sich Collections abonnieren. Eine Collection ist hierbei eine Sammlung beliebiger Firefox Add-ons. Dadurch, dass man die Collections abonniert und nicht einmalig herunterlädt, kann der Eigentümer einer Collection auch Änderungen an einer solchen durchführen, die dann automatisch von allen Clients übernommen werden.

So weit zur Theorie, die Praxis ist bedenklich. Und eigentlich hatte ich mich auch schon gefreut: Der eigentliche Plan war nämlich, mal eben eine Collection für Webdesigner zu abonnieren und das leidige Thema des ständigen Rumsuchens und Aktualisieren zu beenden. Außerdem (so war die Idee) ist es sehr wahrscheinlich, dass andere Leute viel mehr Zeit haben und auch viel besser wissen, welche Add-ons gut ineinandergreifen.

Und was macht man da? Man greift natürlich zu den „offiziellen Collections“ der Mozilla Foundation. So zum Beispiel die Collection: Web Developers Toolbox. Klasse! Nie wieder den ganzen Add-on-Krampf durchmachen müssen. Denkste!

Die Collection enthält die folgenden Pakete:

Tamper Data (HTTP-Header/Post-Daten anschauen und verändern)
YSlow (Performanz einer Webseite messen)
MeasureIt (Größe von Elementen bestimmen)
ColorZilla (mittels Pipette Farben auf einer Webseite abgreifen)
ShowIP (IP-Nummer des Servers in der Statusbar anzeigen)
Greasemonkey (mittels Skripten Webseiten beeinflussen)
FireFTP (FTP-Client)
PixelPerfect (FireBug-Extension zum Pixelgenauen Positionieren)
Web Developer (Toolbar mit Tools für Webentwickler)
FireBug (unter anderem Debugger für JavaScript)
Live HTTP Headers (HTTP-Header anschauen)
FoxyProxy (Proxy-Management-Werkzeug)

Wie gesagt, das ist eine offizielle Collection der Mozilla Foundation und stellt demnach wohl so etwas wie eine offizielle Empfehlung dar! Tja, was soll man dazu sagen?

Mir ist ein vollkommenes Rätsel, was ein Webentwickler mit Greasemonkey soll! Er soll Webseiten neu umsetzen und nicht mit Greasemonkey Hacks für seine Seiten entwickeln. Warum er dafür die IP des Servers wissen sollte, ist mir ebenso ein Rätsel wie die Tatsache, das er einen Proxyserver besser nicht benutzen sollte. HTML-Validierung scheint der Mozilla Foundation auch ein Fremdwort zu sein.

Ich hätte mir da eigentlich etwas erwartet, das sich auch benutzen lässt. Nur gut das auch Collections gibt, die nicht von der Foundation direkt stammen: Diese Firebug-Sammlung erscheint mir ganz sinnvoll zu sein.

Ähnliche Beiträge

Quo Vadis Firefox ? Den Firefox, den ich über Jahre genutzt habe, ziehe ich eigentlich nur noch für Browsertests zurate. Stattdessen nutze ich seit einiger Zeit den Chrom...
Quelltext im Firefox ansehen Nachdem ich den Validator raus geworfen habe, ging mir die Quelltextanzeige des Firefox (nett ausgedrückt) auf den Nerv! Das Syntax Highlighting geht ...
Intelligentes Kopieren von Links im Firefox Bloggen ist schön, bloggen ist nett – das Verlinken von Webseiten ist allerdings extremst schlecht. Der normale Weg ist der:Text in WordPress sch...
Bespin – Online-Editor für Programmierer Ein interessantes Projekt hat die Mozilla Foundation auf ihrem "Developer Tools Lab" veröffentlicht: einen Online-Code-Editor! Der Editor ist als ...

2 Antworten auf „Dinge, die die Welt nicht braucht: Firefox Add-on Collector“

  1. Also ich finde Greasemonkey ist eine durchaus interessante Erweiterung. Durch die vielen bestehenden Greasemonkey Scripte lassen sich sehr viele nützliche Extras in die verschiedensten Webseiten einbauen. Zum Beispiel kann man sein Google Mail mit vielen neuen Funktionen aufbohren oder mit einem Klick zwischen all seinen Google Accounts bei Analytics hin und herschalten.

    Klar, beim Entwicklungsprozess nicht wirklich sinnvoll, aber mit vielen dieser Dinge spart man bei seiner sonstigen Täglichen Arbeit einiges an Zeit.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.