Designabsprachen mit Notable

Tja, Designs sind immer so eine Sache, deshalb schreibt wohl inzwischen auch jeder Webdesigner die Anzahl der Korrekturläufe in seinem Angebot fest. Hier gibt es zunächst das Extrem, das der Kunde bei den Seiten, die er als Designvorlage liefert, irgendwelche Frame-Seiten aus den 70ern anschleppt und bei der ersten Präsentation dann das berühmte Zitat „So habe ich mir das aber nicht vorgestellt“ kommt. Entsprechend ist es auch die Aufgabe eines Webdesigners den Kunden vor Start der Erstellung des Screendesigns auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen, und vielleicht geeignetere Richtungsweiser zu finden.

Trotzdem kommt es immer wieder zu Ausbrüchen in der Art von „das blau muss eher rot sein“. Leichte Hinweise das Rot nicht unbedingt zur CI gehört werden in der Regel mit „im Web sind wir freier“ beantwortet. Wenn also der Footer eher der Farbe des letztlich gekauften Ikea-Sofas und der Header der Kaffeetasse entspricht, hat man einige Telefonorgien hinter sich. Letztendlich ist Designüberarbeitung nur persönlich oder am Telefon zu klären, in E-Mails über „die Grafik oben rechts“ zu diskutieren ist etwas mühselig, oben rechts ist ein dehnbarer Begriff.

Logischerweise gibt es neuerdings Online-Dienste mittels derer man trefflich im Team über das Design diskutieren kann. Dummerweise bestehen 95% dieser Dienste daraus, irgendwo auf einer hochgeladenen Grafik einen gelben Postit zu kleben.

Notable unterscheidet sich etwas von den Standard-Diensten. Letztendlich kann ich zwar auch „nur“ Kommentare zu Grafiken verfassen, aber ich habe einige geeignete Tools dabei, die mich unterstützen. Allen voran schon einmal ein Firefox-Plugin zur Unterstützung des Dienstes. Ich kann entweder eine eigenen Screenshot hochladen, oder ich gebe Notable einfach eine URL und es erstellt den Screenshot selbst.

Screenshot von Notable

Alle Änderungen am Design versioniert Notable und ich kann mir stets die gesammelte Historie anschauen. Dann gibt es noch einen netten PDF-Export für Präsentationen und mein Lieblings-Feature: die Navigation!

Ähnlich wie bei einem Mockup oder einem Wireframe lässt sich in Notable eine gesamte Navigationsstruktur hinterlegen, die dann kommentiert und geändert werden kann. Sehr wichtig zum Beispiel bei Bestellprozessen für eine E-Commerce-Lösung!

Das Ganze funktioniert übrigens auch auf dem iPhone bzw. einem iPod Touch und natürlich ist die Personal Edition kostenfrei. Diese ist zwar stark beschränkt aber ausreichend wenn man das Tool nur für „anstrengende“ Kunden verwendet. In der freien Version haben 3 Benutzer Zugriff auf das Design, man besitzt 3GB Speicherplatz kann aber immer nur an einem Design arbeiten.

In der nächsthöheren Stufe ist die Anzahl der möglichen Designs unbeschränkt bei 5 Benutzern und 5GB Speicher. Das Ganze schlägt dann aber auch schon mit 24$ im Monat zu Buche was ich nicht unbedingt als Schnapper-Preis bezeichnen würde. Es muss jeder selbst entscheiden, wie oft er Design-Absprachen führen muss, und wie viel Zeit einem ein solches Tool erspart.

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