Virtuelle Desktops in Windows

Wenn man mal ehrlich ist: Was einen Mac oder auch Linux so richtig interessant macht, sind nicht nur die Klickibunti-Oberflächen, sondern die virtuellen Desktops. Für mich völlig unverständlich eine Sache, die Microsoft seit Jahren genau so ignoriert wie die Möglichkeit den Desktop wirklich und richtig anpassen zu können.

Dabei sind virtuelle Desktops vom Prinzip her nicht so schwer (man will ja schließlich keine isolierten Threads, sondern nur einen aufgeräumten Desktop) und eine Arbeitserleichterung. Denn dies sind sie in der Tat: Hat man Photoshop erstmal schön auf 2 Monitore verteilt, ist es neben der Anwendung eh nicht mehr möglich, noch irgendetwas anderes sinnvoll auf dem Monitor zu sehen. Denkbar sind zum Beispiele „spezialisierte“ virtuelle Desktops: ein Desktop für die normale Arbeit, einer für das Blog, einer für die Social Networks und einer „für privat“.

VirtuaWin-Icon in der Taskbar
VirtuaWin-Icon in der Taskbar

Und genau hier liegt meines Erachtens der Hund begraben, denn der Einfluss von Unternehmen mittels Zero Administration auf Windows ist nicht zu unterschätzen. Im derzeitigen Szenario ist es bei ungeschickten Zeitgenossen durchaus möglich, dass der Chef durchaus (auch wenn er es nicht darf) mitbekommt, was man auf dem Rechner so treibt, bei virtuellen Desktops wird die Sache da schon etwas haariger und der „Boss-Key“ bekommt eine ganz neue Bedeutung.

Das Microsoft keine virtuellen Desktops anbietet bedeutet aber nicht, dass keine existieren. Sinnvollerweise lief in der Vergangenheit der Desktop als eigenständiger Aufsatz auf das Betriebssystem, wie man durch einfaches Killen des Tasks explorer.exe ausprobieren kann (was wir natürlich nicht tun!). Die Aufgabe einer Software für virtuelle Desktops ist also „nur“ die Möglichkeit zu schaffen, mehrere Oberflächen gleichzeitig zu starten und zwischen diesen umzuschalten.

Virtuelle Desktops mit Dexpot

Eine gute Lösung für diese Aufgabe ist zum Beispiel VirtuaWin (funktioniert nicht für Windows 7). Die vergleichbar kleine Open Source-Lösung erfüllt den Zweck der virtuellen Desktops grandios, schnell und zuverlässig. Dexpot zum Beispiel funktioniert auch für Windows 7, ist aber kostenpflichtig, dafür kann es aber „ein wenig“ mehr als „nur“ Desktops umschalten. Es kümmert sich um die generelle Darstellung und Ordnung auf dem Desktop.

Das „Problem“ ist, das man sich so dermaßen schnell an die virtuellen Desktops gewöhnt, das man ohne bald nicht mehr auskommt. Falls ihr die Sache einmal ausprobieren wollt, denkt dran: Ihr greift damit tief ins Betriebssystem ein, so etwas besitzt auch immer das Potenzial, dass das System anschließend instabiler läuft!

Update 04.05.2010:

Sebastian Brands von Dexpot hat sich mit der folgenden Info per Mail bei mir gemeldet:

… „Dexpot ist nur für den kommerziellen Einsatz kostenpflichtig, ist und bleibt für Privatanwender kostenlos.“ …

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3 Antworten auf „Virtuelle Desktops in Windows“

  1. An die Powertoys hab ich auch grad gedacht. Ich hab das auch mal probiert, aber wusste beim besten willen nicht, wann ich mal einen zweiten Desktop brauche. Ich bin ein 1-Bildschirm-Nutzer. ;)

  2. Pingback: Wandpapier - Montagstratsch #1 – Von Ralf

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