Epidu – Lektor 2.0 ?

Wie einige sicherlich wissen, habe ich einen leichten „Schreibwahn“ und veröffentliche hier auch regelmäßig Tools, die einem Autoren helfen, größere Werke zu überblicken oder besser zu schreiben. Dies führt letztendlich zu einem Endprodukt:  DEM fertigen Roman. Natürlich ist es DER Roman, der sich mindestens 50 Wochen in den Bestseller-Listen halten wird – und das ohne jegliche Änderung – denn schließlich ist er ja fertig, und gut so, wie er ist.

Was macht man dann mit dem Ding? Als Erstes wundert man sich darüber, das Verlage durchaus die Frechheit besitzen, nur Manuskripte in einem bestimmten Format anzunehmen. Als Zweites rennt man jeden Tag zum Briefkasten, denn natürlich hat man nur einen Verlag angeschrieben, und natürlich nur den größten – man will ja schließlich groß raus kommen. Wenn man dann die ersten Monate vergebens gewartet hat, wird man dann dank Google spätestens heraus bekommen, dass die Lagerzeit eines Manuskriptes bei einem Verlag in der Regel in Jahren und nicht in Monaten oder gar Wochen gemessen wird.

Hat dann ein Lektor den Roman in den Fingern, liest er ihn NICHT komplett. Er will ein Essay haben, und vielleicht (und wenn es gut läuft) liest er sich ein paar Sätze durch, indem er wahllos eine Seite aufschlägt. Um genau zu sein: Man ist der Willkür und dem persönlichen Geschmack des Lektors ausgeliefert. Wenn dann eine Absage kommt und nicht versucht wird das Manuskript durch weiteres Lagern reifen zu lassen, schreibt man den nächsten Verlag an – das Leben ist sozusagen ein ständiges Warten auf den Briefträger.

Screenshot von Epidu

Letztendlich ist es aber nicht wichtig, was der Lektor denkt, sondern was der Leser will. Und da gibt es durchaus den einen oder anderen Rollator-beseelten Lektor der – sind wir mal nett – nur auf den Mainstream setzt. Epidu setzt genau an dieser Stelle an. Der Verlag erlaubt es, das man ein Teil eines Buches in die eigene Community einstellt. Andere Comunity-Mitglieder können das Buch dann Probelesen und die erfolgreichsten werden gedruckt. Eine sehr einfache Idee, wie ich finde, vor allem eine bei dem jeder klassische Verlag einen Großhandelsabkommen mit einem Durchfall-Mittel-Hersteller abschließen könnte. Ich glaube konservativer als die Verlagswelt ist eigentlich nur noch der deutsche Brauer.

Alles in allem eine sehr sinnvolle Sache, wie ich finde, an der sich Verlage ein Beispiel nehmen sollten, und sei es nur um eine Vorauswahl bei der Sichtung der infrage kommenden Manuskripte zu erhalten. Vielleicht wird diese dann irgendwann nicht mehr in Jahren gerechnet, sondern nur noch in Monaten.

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