Javascript spricht MP3

Nein, kein Scherz! ;) JSmad kann mittels der WEB Audio API von HTML5 MP3 in Javascript decodieren. Das funktioniert nativ derzeit nur im Firefox 4, in Chrome muss die WEB Audio API erst in about:flags eingeschaltet werden, und Safari, Opera und der ganze Rest der Welt bieten noch keinen Support für die Sound-API. Okay, es ruckelt noch ein wenig, aber es geht, und das ist die Hauptsache.

Screenshot der JSmad-Homepage

Wieso ist das so wichtig? Ganz einfach: Zusammen mit HTML5 wurde <audio> und <video> eingeführt, zwei klasse Erweiterungen zum HTML um zum einen Sound und Video darzustellen, und zum anderen Flash los zu werden. So weit die Theorie, in der Praxis benutzt jeder weiterhin Flash. Warum? Man war zwar so clever diese neuen Möglichkeiten HTML5 hinzuzufügen, dummerweise hat man sich aber nicht auf einen Codec für Audio/Video einigen (wollen).

Jeder Betriebssystemhersteller verfügt in der Regel nicht nur über einen eigenen Browser, sondern auch über einen bevorzugten Codec. Sie müssen es inzwischen zwar ermöglichen, das jeder beliebige Browser auf jedem Betriebssystem eingesetzt werden kann, aber von einem Codec ist hier nicht die Rede. Insofern kocht hier jeder sein eigenes Süppchen und vor allem bei diesen Tags wird im jeweiligen Browser nur das eigene bevorzugte Format abgespielt.

Daraus resultiert, das <audio> und <video> derzeit faktisch nicht nutzbar sind, es sei denn man richtet eine Webseite fest auf einen Browser aus, oder fällt am Ende doch wieder auf Flash zurück. Peter Kröner hat mich schon vor längerer Zeit in Skype auf die Möglichkeit verwiesen, das es möglich sein müsste, einen Javascript-Decoder programmieren zu können. Allerdings war meine Langeweile nicht groß genug, um ein solches Projekt anzugehen. Entsprechende Bedeutung kommt nun JSmad zu.

DENN, wenn die Hersteller sich weigern sich auf einen Codec zu einigen, sorgt man halt mittels WEB Audio API dafür, das man etwas bekommt, was in jedem Browser funktioniert. Und da MP3 eh so eine Art Quasi-Standard ist, ist dies die optimale Lösung – vorausgesetzt jeder Browser würde die WEB Audio API unterstützen. Ist derzeit nicht der Fall, also kommt man vom Regen in die Traufe, ABER – wenn die WEB Audio API verabschiedet wird, können die Hersteller weiter mit ihrem Codecs im Sandkasten spielen, während der Webworker auf MP3 setzt.

 

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