HTML5 Boilerplate in der Version 2

Ich habe ja bereits von der HTML5 Boilerplate berichtet, und ihrer Unverfrorenheit anstatt eines reset.css nun normalize.css einzusetzen. Das Projekt war in seinem Anfangsstadium nicht unbedingt als Leichtgewicht zu bezeichnen, und kam mit viel Zeug daher, das man vielleicht irgendwann mal brauchen könnte, es in der Regel aber nicht tut und nun trotzdem an der Backe hat.

Screenshot der neuen HTML5 Boilerplate Homepage

Mit der Version 2.0 ist nun alles ein wenig besser geworden. Schon seit längerem gibt es die Boilerplate in 3 verschiedenen Download-Versionen: das Komplett-Paket, die „stripped“ Version – die für die meisten Anwendungen reichen wird, und eine weitere Version in der man sich die Pakete individuell zusammenstellen kann.

Was ist also neu in der Version 2.0? Zum einen die Tatsache das nun wirklich kein CSS-Reset mehr durchgeführt wird, sondern eine Normalize.css Verwendung findet. Ferner gibt es ein neues und vor allem ein bis zu 80% schnelleres Build-Script, was aus HTML5 Sicht nicht wirklich interessant ist. Interessanter sind da wohl die folgenden Änderungen:

IE6-User (die solls ja noch geben) werden automatisch abgestraft, und dazu aufgefordert Chrome Frame zu installieren. Chrome Frame ist ein Plugin von Google, das den Internet Explorer in etwas transformieren soll, das benutzbar ist. Die Frage wieso die Leute dann nicht direkt Chrome installieren, könnte unter Umständen mit der Zero-Administration von Unternehmen zu beantworten sein. Zum einen sieht es noch aus wie ein Internet Explorer, zum anderen braucht man keine Admin-Rechte um das Plugin zu installieren.

Neu hinzugekommen ist auch die response.js, die ein Respsonsive Webdesign erlauben soll, indem es Media Queries überall erlaubt. Ferner schafft sie Kompatibilität zu IE6-IE8. Dem Changelog zufolge ist dies wohl nur der Anfang um zukünftig HTML5 so entwickeln zu können, das eine Seite auf jedem Endgerät betrachtbar ist. Entsprechend ist wohl auch die Änderung zu verstehen, die handheld.css aus dem System zu entfernen.

Auch entfernt wurde der PNGFIX. Die Macher der Boilerplate sind der Meinung, dass es heute ausreichend Tools gibt, um seine PNGs so zu speichern, das Transparenz/Alpha-Blending nicht mehr zum Problem wird. Es kommt halt darauf an das man seine PNGs richtig speichert, bzw. bearbeitet. Die Änderung ist durchaus ok, da sie zum einen recht haben, zum anderen man inzwischen wirklich sagen muss: wer noch den Internet Explorer 6, benutzt trägt auch noch Tennis-Socken!

Neben 300 geschlossenen Tickets sind das jetzt keine weltbewegenden Änderungen aber weiterhin ein Schritt in die richtige Richtung. Die HTML5 Boilerplate entwickelt sich wirklich zu etwas brauchbarem, das einem viel Arbeit ersparen kann, wenn man damit umzugehen weiss.

 

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Eine Antwort auf „HTML5 Boilerplate in der Version 2“

  1. Den HTML5 Shim für die neuen Elemente stellt nicht respond.js, sondern Modernizr 2 bereit (welches u.A. auch respond.js enthält), zudem ermöglicht respond.js zwar die Nutzung von min-/max-width-Queries in Browsern, die das nicht nativ können, aber (wenn ich mich richtig erinnere) bislang keine weiteren Media-Queries, was aus meiner Sicht durchaus zu verschmerzen ist. Das Problem mit handheld.css ist zusätzlich auch die recht schlechte Unterstützung, außerdem fällt es tatsächlich quasi weg, wenn man responsiv arbeitet.

    Der Geschwindigkeitsgewinn ist beim build-Skript für mich jetzt recht uninteressant, aber es kann ein paar andere Tricks, die ich sehr angenehm finde – man gebe mal in einem frisch ausgepackten H5BP aus dem build-Verzeichnis heraus ‚ant css-split‘ ein. Das splittet die CSS-Datei in 6 oder 7 Teile, die in der neu erzeugten style.css per @import inkludiert werden. Der Clou ist, dass ein späteres ‚ant build‘ diese wieder zu einer Datei zusammensetzt und die dann minifiziert sowie natürlich alle Referenzen korrekt setzt. Das ist total angenehm, weil man nicht mehr in einer ellenlangen CSS-Datei arbeitet, aber zum Schluß produktiv trotzdem ein optimiertes Stylesheet erhält.

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